Kann man das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Nicht erst seit der Corona-Krise entscheiden sich viele Menschen dafür, von zuhause zu arbeiten. Das erspart zum einen Fahrtkosten und viel Stress. Zum anderen kannst du das Homeoffice von der Steuer absetzen, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst.

Wer kann das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Die steuerlichen Vergünstigungen gelten nicht nur für Selbstständige und Freiberufler, die ausschließlich in den eigenen vier Wänden arbeiten. Auch, wenn du angestellt bist, aber regelmäßig Arbeiten zuhause erledigst, kannst du das Homeoffice steuerlich geltend machen. Dafür kommen je nach Arbeitssituation zwei Möglichkeiten infrage:

1. Begrenzte Absetzung

Nehmen wir an, du bist angestellt, hast jedoch keinen eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung. Das trifft beispielsweise auf Lehrer zu, aber auch auf Angestellte, für die Homeoffice angeordnet wurde. In diesen Fällen kannst du Kosten von maximal 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Am besten lässt du dir von deinem Arbeitgeber schriftlich bescheinigen, dass du keinen eigenen Arbeitsplatz besitzt.

2. Volle Absetzung

Anders sieht es aus, wenn dein Arbeitszimmer der Mittelpunkt deiner beruflichen Tätigkeit ist – beispielsweise, wenn du selbstständig arbeitest. Dann erlaubt der Gesetzgeber die Absetzung aller anfallenden Kosten ohne Höchststumme. Dasselbe gilt übrigens für Angestellte, die die meiste Zeit (3 oder mehr Tage pro Woche) von zuhause arbeiten, weil es der Vorgesetzte so anordnet.

Räumliche Voraussetzungen

Du willst das Homeoffice von der Steuer absetzen? Dann solltest du auf drei Voraussetzungen achten:

  • Der Arbeitsbereich muss sich in deinen privaten Wohnräumen befinden.
  • Der Bereich muss räumlich abgetrennt sein. Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer erfüllt diese Voraussetzung beispielsweise nicht.
  • Dein Arbeitszimmer muss hauptsächlich (zu 90 %) der beruflichen oder betrieblichen Nutzung dienen. Um dies zu bewerten, spielt das Mobiliar eine Hauptrolle: Gegenstände, die der privaten Nutzung dienen, etwa Betten oder Spielsachen, sollten sich nicht im Arbeitsbereich befinden.

Kosten, die abgesetzt werden können

Zu den Kosten, die du im Homeoffice von der Steuer absetzen kannst, gehören unter anderem:

  • Miete
  • Strom, Heiz- und Abwasserkosten
  • Reinigungskosten
  • Müllabfuhr- und Schornsteinfeger-Gebühren
  • Grundsteuer
  • Gebäude- und Hausratsversicherung
  • Renovierungskosten
  • Schuldzinsen für den Immobilienkredit

Wie bereits erwähnt, darf nur der beruflich genutzte Bereich steuerlich abgesetzt werden. Doch die wenigsten Menschen haben einen eigenen Stromzähler im Arbeitszimmer. Auch fallen keine separaten Heizkosten an, und die Versicherung deckt meist das ganze Gebäude ab.

Um die Berechnung zu vereinfachen, gehen Finanzämter von anteiligen Kosten aus. Dafür ermittelst du die Größe deines Arbeitszimmers und setzt diese in Relation zur gesamten Wohnfläche.

Ein Beispiel: Deine Wohnung misst 80 m2 und dein Arbeitszimmer 10 m2. In diesem Fall kannst du 12,5 % der oben genannten Kosten steuerlich geltend machen.

Anders sieht es mit Ausgaben aus, die NUR in deinem Arbeitsbereich anfallen – etwa die Anschaffung von Arbeitsmitteln und Mobiliar sowie Renovierungskosten. Diese lassen sich komplett absetzen.

Homeoffice-Pauschale seit 2020

Durch die Corona-Pandemie wurden viele Arbeitgeber gezwungen, ihre Tätigkeit von zuhause auszuführen – auch wenn sie kein separates Arbeitszimmer haben. Aus diesem Grund führte der Gesetzgeber die sog. Homeoffice-Pauschale ein. Damit kannst du nun pro Tag 5 Euro absetzen. Erlaubt sind maximal 120 Tage, was einem Höchstbetrag von 600 Euro im Jahr entspricht. Jedoch profitieren nur Arbeitnehmer, deren Werbekosten oberhalb der jährlichen Pauschale von 1.200 Euro liegen.

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