Was ist eine Kubatorberechnung?

Wer das Volumen eines Gebäudes ermitteln möchte, wird schnell auf den Begriff Kubatorberechnung stoßen. Diese spielt bei der Beleihung von Immobilien sowie bei Bauvorhaben eine wichtige Rolle. Wie du eine kubatorische Berechnung durchführen kannst und welche Feinheiten es zu beachten gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist die Kubatorberechnung?

Der Begriff „Kubatur“ leitet sich vom lateinischen Wort Cubus für „Würfel“ ab. Jedoch sollte das nicht wörtlich genommen werden, denn für die Berechnung der Kubatur muss das Gebäude keine Würfelform haben. Stattdessen versteht man darunter das gesamte vom Haus eingenommene Volumen. Dieses ergibt sich aus zwei Teil-Volumina:

• Nettovolumen: das Volumen aller nutzbaren Räume
• Konstruktionsvolumen: das Volumen der Gebäude-Teile – etwa Wände, Decken, Dach etc.

Wofür wird die Kubatorberechnung benötigt?

Die kubatorische Berechnung gehört zu den Unterlagen, die für die Schätzung einer Immobilie – und damit für die Ermittlung des Verkehrswerts – nötig sind. Außerdem lassen sich mit ihr die Kosten und die Dauer von Bauvorhaben besser planen als mit der reinen Wohnflächenberechnung.

Wie funktioniert eine kubatorische Berechnung?

Um die Kubatur eines Gebäudes zu berechnen, gibt es in Deutschland nur eine anerkannte Methode: und zwar nach der Norm DIN 277-1 „Grundflächen und Rauminhalte im Bauwesen – Teil 1: Hochbau“.

Anerkannt bedeutet dabei, dass Gerichte im Streitfall – etwa, wenn zwei Parteien zur Kubatorberechnung unterschiedliche Methoden anwenden – DIN 277-1 als Referenz heranziehen.

Um die Kubatur zu berechnen, musst du zuerst alle relevanten Gebäudeteile identifizieren. Bei einem klassischen Einfamilienhaus wären das beispielsweise der Hauskörper, das Dach sowie Anbauten wie die überdachte Terrasse und der Windfang.

Nun wird für diese Gebäudeteile das Volumen anhand folgender Formeln ermittelt:

  • Hauskörper, Terrasse, Windfang: Länge x Breite x Höhe
  • Dach: Länge x Breite x Höhe x 0,5 (ungeachtet der Neigung des Dachs)

Die einzelnen Volumina werden schließlich addiert, was die Gesamtkubator ergibt. Wurde das Gebäude außen verputzt, musst du von allen Maßen 2 % abziehen.

Daneben gibt es Gebäudeteile, die laut DIN 277-1 nicht in die Kubatorberechnung einfließen:

  • Fundamente und Bodenplatten
  • Lichtschächte: etwa zur Beleuchtung von Kellerräumen
  • bestimmte Lichtkuppeln
  • die meisten Außentreppen
  • Dachüberstände und Überdachungen im Eingangsbereich
  • über die Dachhaut ragende Schornsteine
  • freistehende Überdachungen: sog. Pergolen

Berechnung der Kubatur – die Höhe

Je nach Stockwerk musst du für die Kubatur folgende Höhenmaße zugrunde legen:

  • Kellerbereich: Oberkante des Fundaments bis Oberkante des Fußbodens im Erdgeschoss
  • Hochbaukörper: Oberkante des Fußbodens bis Beginn der Dachschräge
  • Dachgeschoss: Beginn der Dachschräge bis Dachfirst

Weist das Geschoss eine Bodenschräge auf, muss diese berücksichtigt werden, da sich dadurch die Höhe ändert.

Berechnung der Kubatur – Sonderfälle

Natürlich verfügen nicht alle Häuser über eine simple Rechtecks-Form. Bei L- oder hufeisenförmigen Grundrissen empfiehlt es sich beispielsweise, das Gebäude in mehrere Quader aufzuteilen und deren Kubatur einzeln zu berechnen. Für runde Räume wiederum ergibt sich das Volumen aus der Kreiszahl Pi, multipliziert mit dem Radius r2 und der Raumhöhe.

Übrigens musst du eine Kubatorberechnung nicht zwingend selbst durchführen. Besonders bei komplexen Gebäuden kann sich die Hilfe eines Sachverständigen – etwa Architekten oder Bauingenieurs – anbieten.

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