Wie kann ich mein Eigenheim steuerlich absetzen?

Wer sein Eigenheim steuerlich absetzen möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten – und zwar nicht nur, wenn die Immobilie vermietet wird. Auch Privatbesitzer können ihre Steuerlast senken, indem sie die Ausgaben für Handwerker und Haushaltshilfen, Arbeitsräume oder energetische Sanierungskosten geltend machen. Wie viel sich so sparen lässt und welche Voraussetzungen du erfüllen musst, erfährst du im Folgenden.

Handwerkerkosten

Als Immobilienbesitzer kannst du Handwerkerkosten für die Erhaltung, Modernisierung oder Sanierung im Eigenheim steuerlich absetzen. Es gelten folgende Regelungen:

  • Maximal 20 % der Kosten für die Aufwendungen (inklusive Mehrwertsteuer) dürfen jährlich abgesetzt werden.
  • Die maximale Summe beträgt 1.200 Euro pro Jahr.
  • Absetzbar sind nur Kosten für die Dienstleistungen: Dazu gehören Lohnkosten, Fahrtkosten, Maschinenkosten und das Verbrauchsmaterial.
  • eine Materialkosten dürfen nicht abgesetzt werden. Du solltest also darauf achten, dass diese auf den Rechnungen separat ausgewiesen werden.

Energetische Baumaßnahmen steuerlich absetzen

Wer sein Eigenheim energetisch sanieren/modernisieren lässt, kann bis zu 40.000 Euro innerhalb von drei Jahren steuerlich geltend machen. Dazu kommen Kosten für den Energieberater, die zu 50 % direkt, also im Jahr der Beratung, abgesetzt werden können. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Immobilie mindestens 10 Jahre alt ist und die Arbeiten von einem zugelassenen Fachunternehmen durchgeführt werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Wenn du eine andere Person für haushaltsnahe Dienstleistungen bezahlst, kannst du diese Kosten steuerlich geltend machen. Absetzbar sind bis zu 20 % mit einem Maximalbetrag von 4.000 Euro pro Jahr, wenn es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen handelt. Geringfügige Beschäftigungen werden mit maximal 510 Euro pro Jahr gefördert.

Wichtig: Es muss sich um Tätigkeiten handeln, die normalerweise ein Haushaltsmitglied durchführen würde – etwa Putzen, Kochen, Waschen, Einkaufen oder die Kinderbetreuung. Auch Arbeiten am Garten oder das Versorgen der Hunde (inklusive Gassigehen) sind absetzbar, nicht jedoch Dienstleistungen wie Catering, Nachhilfe- oder Klavierunterricht.

Gewerbliche Nutzung

Du kannst Gebäudeteile im Eigenheim steuerlich absetzen, wenn du sie gewerblich nutzt – etwa als Arbeitszimmer, Büro, Praxis oder Werkstatt.

Dafür ermittelst du zuerst alle absetzbaren Kosten, die in der Immobilie anfallen (Strom, Heizung, Erhaltungsaufwand, Versicherungen etc.), und rechnest diese dann auf die gewerblich genutzte Fläche um. Ein Beispiel: Die Immobilie besitzt 100 m2 Wohnfläche und das Arbeitszimmer misst 15 m2. Dann kannst du 15 % der Gesamtkosten im Eigenheim steuerlich absetzen.

Dazu kommen Kosten, die nur die gewerbliche Nutzung betreffen – etwa Reparaturen im Arbeitszimmer, Rundfunkgebühren für beruflich genutzte Geräte und Stromkosten, sofern ein separater Stromzähler installiert wurde. Diese kannst du zu 100 % absetzen.

Denkmalgeschützte Immobilien steuerlich absetzen

Wenn du eine denkmalgeschützte Immobilie besitzt, kannst du die Kosten für dieses Eigenheim steuerlich absetzen – und zwar in höherem Maße als bei Neubauten.

Sanierungsarbeiten können 10 Jahre lang zu 9 % abgesetzt werden. Wird die denkmalgeschützte Immobilie vermietet, erhöht sich die Dauer. Dann lassen sich acht Jahre lang 9 %, und vier weitere Jahre 7 % steuerlich geltend machen.

Vermietete Immobilien steuerlich absetzen

Wer sein Eigenheim vermietet, profitiert von größeren steuerlichen Vorteilen als private Nutzer. Nicht nur können Nebenkosten, Renovierungen, Reparaturen, Immobilienzinsen und die Grundsteuer in voller Höhe abgesetzt werden. Der Gesetzgeber erlaubt auch die Absetzung für Abnutzung (AFA). Mit dieser lassen sich je nach Alter des Gebäudes 2 oder 2,5 % der Anschaffungs- und Herstellungskosten steuerlich geltend machen.

Share via